Postspektakulares Theater

  • transcript-Verlag
  • 2015
  • 424
  • DE
  • Udgave er ikke defineret
  • 9783839412190
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Postspektakulares Theater - damit ist nicht etwa ein Theater in einer Gesellschaft nach dem Spektakel gemeint. Vielmehr schlagt diese Studie die Bezeichnung fur solche Formen der zeitgenossischen szenischen Kunst vor, die das kritische Potential der Auffuhrung vor dem Hintergrund veranderter Bedingungen des Spektakels nicht mehr in der Betonung von Unmittelbarkeit suchen, sondern es stattdessen anhand eines Ausspielens von Mittelbarkeit entfalten. Wahrend Uberlegungen zur Alteritat der Auffuhrung in der Regel die Ko-Prasenz von Akteuren und Zuschauern voraussetzen und deren Beziehungen als unmittelbare denken, entwirft diese Studie einen anderen Begriff der Auffuhrung und zeigt, dass deren Alteritat stets eine vermittelnde dritte Instanz involviert.Aus eingehenden Analysen zahlreicher Arbeiten so unterschiedlicher Kunstler_innen wie Rabih Mroue, Mette Ingvartsen, Heiner Goebbels, Erwin Wurm u.a. werden weitreichende theoretische Konsequenzen gezogen, die uber die Theaterwissenschaft hinaus auch allgemein kunstwissenschaftliche Fragestellungen und solche der philosophischen Asthetik betreffen. So wird beispielsweise das Verhaltnis von Auffuhrungs-, Inszenierungs- und Werkbegriff neu bestimmt sowie entscheidend zur Diskussion um die Entgrenzung der Kunste und zur Beschreibung asthetischer Erfahrung beigetragen.