Theater im postkolonialen Zeitalter

  • De Gruyter
  • 2015
  • 0
  • German
  • 1
  • 9783110935134
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Die vorliegende Untersuchung befat sich mit asthetischen Mischformen des postkolonialen Theaters, d.h. mit dramatischen Texten und Auffuhrungen aus den ehemaligen Koloniallandern des britischen Empire. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der Begriff des Theatersynkretismus. Darunter wird eine synthetische Theaterform verstanden, in der die indigenen Kultur- und Darstellungselemente der betreffenden Lander mit europaischen Theaterkonzepten vermischt werden. Untersucht werden Stucke und Theaterformen aus Nigeria, Sudafrika, der Karibik, Australien, Neuseeland und Kanada. In einzelnen, nach systematischen Gesichtspunkten gegliederten Kapiteln wird untersucht, wie in den synkretischen Theaterformen dieser Lander dem europaischen Theatermodell andere performative Strukturen gegenubertreten. Von zentraler Bedeutung ist dabei die orale Sprach- und Dichtungstradition gegenuber der schriftlichen, der Vorrang von Tanz, Musik und Rhythmus gegenuber der dialogischen Ausdrucksebene. Strategien wie Ritualisierung definieren Raum und Bewegung neu, eine differenzierte Korperasthetik und die Einbeziehung zahlreicher Varianten von Maskierung und Korperbemalung bestimmen die Asthetik synkretischen Theaters mit jeweils unterschiedlicher, kulturspezifischer Akzentuierung. Besprochen werden u.a. Theaterstucke von Wole Soyinka, Ola Rotimi, Derek Walcott, Jack Davis, Tomson Highway.