Zwischen Apokalypse und Alltag

  • transcript-Verlag
  • 2015
  • 328
  • DE
  • Udgave er ikke defineret
  • 9783839410455
0

Wie vom Krieg erzahlen? Die Frage nach den Moglichkeiten und Notwendigkeiten, aber auch nach der schuldhaften Verstrickung von Erzahlungen in kriegerische Handlungen ist in den letzten 100 Jahren immer wieder gestellt worden. Sie hat nicht nur eine narratologische, sondern auch eine politische und moralische Dimension.Was ist Krieg eigentlich? Die Beitrager_innen dieses Bandes gehen von der Beobachtung aus, dass man in den europaischen bzw. okzidentalen Kulturen von gemeinsamen Entwicklungen in der narrativen Darstellung von Krieg in der Literatur und den modernen Bildmedien sprechen kann, die einerseits die Notwendigkeit des bezeugenden Dokumentierens hervorheben und andererseits die Erzahlbarkeit von Krieg problematisieren. Zugleich kann man die Persistenz narrativer Muster wie Apokalypse Neuanfang oder Ausnahme in den Kriegserzahlungen des 20. und 21. Jahrhunderts sowie deutliche Unterschiede zwischen einzelnen national gepragten Erzahltraditionen feststellen.Diese Aspekte stehen im Fokus der Beitrage, die anhand von Beispielen aus den Literaturen West-, Mittel- und Osteuropas und der USA sowie am Beispiel von Filmen, aus der Medienberichterstattung, von Kriegstagebuchern und ethnografischen Skizzen, von Bilddokumenten oder von philosophischen Kriegsdiskursen argumentieren.